Grabe den Brunnen, bevor Du Durst hast

Die schöne Arbeitswelt

Vielleicht arbeitest Du in einem Unternehmen und das schon seit vielen Jahren. Die Arbeit macht Dir Spaß, sie ist abwechslungsreich, die Kollegen sind nett und insgesamt bist Du zufrieden. Selbstverständlich gibt es auch mal schlechte Tage, während manche Tage besonders gut laufen. Du denkst gar nicht daran, den Job mal zu wechseln, denn das Geld passt und Du tust etwas mit Sinn, was Dich erfüllt. Ich glaube so geht es ganz vielen Menschen in der heutigen Arbeitswelt. Nicht alles ist immer grau und nicht jeder Chef ist ein Tyrann – Das Hamsterrad bleibt zwar ein Hamsterrad, aber es ist wirklich ganz schön eingerichtet. Irgendwann verändert sich etwas und das oft schneller als gedacht.

Wir möchten hier von einer Geschichte berichten, die uns ein Freund und Teampartner mitgeteilt hat und die uns nochmals darin bestärkt hat, auf dem richtigen Weg zu sein. Hier nun seine Geschichte in seinen eigenen Worten: 

Die Geschichte eines Niedergangs 

Der Job hat mich wirklich erfüllt, ich hatte viel Verantwortung, konnte eigene Entscheidungen treffen, musste mich nicht rechtfertigen und ging einer Tätigkeit nach, die einen Sinn hatte. Das Nebenprodukt dessen war ein gutes Gehalt, welches mir ein schönes Leben im Außen ermöglicht hat. Diese heile Welt ist in den letzten 2,5 Jahren Stück für Stück zusammengebrochen und davon möchte ich euren Lesern gerne berichten.

Die oberste Führungskraft, ein Visionär und Querdenker wie aus dem Buche, musste aufgrund des Alters nach vielen Jahrzehnten seinen Platz frei machen. Grundsätzlich ist es gar nicht so verkehrt, dass mal “frischer” Wind reinkommt und alte Strukturen überdacht werden. Nicht, dass vorher irgendwas schlecht lief, aber ein Unternehmen ist wie das Leben – das Alte muss manchmal gehen, damit Neues wachsen kann. So haben die alle Kollegen den Wechsel begrüßt und sich auf neue Ideen und neue Inspiration gefreut. 

Es ist nun aber das Gegenteil vom Erhofften eingetreten. Die wirklich fähigen Menschen, darunter einige aus der mittleren Führungsebene, sind nach wenigen Monaten gegangen und haben hochdotierte Stellen angenommen. Eine schwache Führung ist für ein stabiles Unternehmen grundsätzlich kein Problem und kann oft durch eine stabile Basis aufgefangen werden. Mit dem Weggang einiger weniger Schlüsselpersonen begann der Niedergang, aber so langsam, dass wir es anfangs kaum wahrgenommen haben. 

Mein Arbeitsplatz war mal ein Ort der Inspiration, wo Mitarbeiter Menschen waren, wachsen durften und gerne hingegangen sind. Ein Ort wo gestritten und hitzige Diskussionen geführt wurden und dadurch großartiges entstanden ist. Ein Ort an dem man sich wohl- und aufgehoben gefühlt hat, ein Zufluchtsort wenn es privat mal nicht so geradeaus lief. Wir haben gemeinsam die Welt verändert, aufgeklärt und eine Vision verfolgt. Das Motto war: “Bring deine Mitarbeiter zum Blühen, dann wird großes entstehen.” Ein Paradebeispiel für echtes Leadership, was heutzutage leider sehr selten geworden. 

Heute, nach nur etwas mehr als 2 Jahren, ist nur noch ein grauer, trostloser Büroklotz übrig geblieben. Von dem alten Spirit ist nichts mehr da, es ist nunmehr eine stupide Verwaltung. Ein Ort an dem es keine Freude mehr macht, 40 Stunden die Woche zu verbringen. Ein Arbeitsplatz der zwar geheizt wird, aber in dem keine Reibungswärme mehr entsteht. Ein Ort der Missgunst, der Intrigen. Es “menschelt” nicht mehr. Das alles hat viele Gründe die ich sehe und sicherlich auch viele Gründe die ich gar nicht sehen kann. Das Ergebnis ist auch nicht die Schuld eines Einzelnen, sondern die Summe vieler falscher Entscheidungen auf vielen Ebenen. 

Kurz um: Aus dem einstigen Traumjob ist ein Job geworden, der nur noch besucht wird, weil er monatlich Kohle aufs Konto spült. Es war für mich und meine Kollegen undenkbar, dass innerhalb von so kurzer Zeit so ein Wandel zum Negativen stattfinden kann. Wir hätten alles darauf verwettet, dass wir außergewöhnlich sind und bleiben werden und dass diesen Spirit niemand zerstören kann. Wir haben uns darauf verlassen, ICH habe mich darauf verlassen und war der festen Überzeugung, dass ich hier mit Freude meine restlichen 20 Arbeitsjahre verbringen kann. Die Illusion des stabilen und sicheren Arbeitsplatzes war perfekt. Das führt mich nun zu dem folgenden Gedanken…

Grabe den Brunnen bevor Du Durst hast

Ich bin sehr dankbar, dass ich schon vor zwei Jahren von der CHANCENWERKSTATT und den dahinterliegenden Möglichkeiten erfahren habe. Trotz anfänglicher Skepsis , hat mich der Gedanke nicht losgelassen. So dass ich dann, trotz eines damals noch tollen Jobs und ausreichendem Einkommen, gestartet habe, Empfehlungen auszusprechen und ein Team aufzubauen. 

Damals als ich gestartet bin, hatte ich kein richtiges WARUM, keinen echten Beweggrund mit der Empfehlungsvermarktung durchzustarten. Ich fand es einfach cool und wollte es weitererzählen, weil ich der Meinung war und heute noch bin, dass hiervon jeder erfahren muss. Natürlich hatte ich auch gegen einen Zusatzverdienst nichts und dass die Produkte schnell kostenlos waren, war schon charmant – nichts schmeckt besser als ein kostenloser Daily.

Dennoch ist es so, dass ich damals keinen Durst hatte. Den Brunnen habe ich aber trotzdem angefangen zu graben und wenn der nicht wäre, wäre ich heute wahrscheinlich selbstmordgefährdet. Ohne das monatliche Grundrauschen meines Brunnens, wäre mein Gesicht wohl voller Sorgenfalten und ich würde so energie- und kraftlos durch Welt gehen, wie alle meinen Kollegen das heute tun. 

Was ich daraus lernen durfte

Kein Arbeitsplatz dieser Welt ist sicher oder dauerhaft angenehm

Selbst das stabilste Unternehmen kann sich wandeln, innerhalb von kürzester Zeit

Auch wenn Du kein WARUM hast, grabe den Brunnen, bevor Du Durst hast

Auch wenn mein passives Einkommen noch nicht die Höhe meines hauptberuflichen Einkommens erreicht hat, fühle ich mich frei und nicht mehr gefangen. Wenn mir das hier im grauen Bürokomplex alles endgültig zuviel wird, packe ich meine Sachen, buche einen Flug an den Atlantik und surfe ein paar Wochen durch die Gegend. Die Kündigung liegt bereits vorbereitet in der Schublade und ich freue mich auf den Moment der Abgabe. Mein Fokus liegt nun zu 100% darauf, allen die wirklich etwas verändern WOLLEN zu helfen, sich auch ein 2. Standbein aufzubauen und aus ihrem tristen Alltag auszubrechen. 

Ich wünsche Dir, dass Du nicht in diese Situation gerätst und falls doch, dass Du deinen Brunnen bereits gegraben hast, bevor der Druck zu groß wird und Du dich gefangen fühlst. Denn auch wenn man mit der Empfehlungsvermarktung schnelle Erfolge erzielen kann, braucht es seine Zeit bis der Brunnen tief genug gegraben ist und zuverlässig genügend Wasser nach oben befördert. Fange also früh genug damit an, denn wenn Du erst richtig Durst hast, wird das Graben anstrengend. 

Ich danke an dieser Stelle André & Julia, sowie der ganzen CHANCENWERKSTATT für eurer offenes Ohr, eure Unterstützung und dass ihr immer für mich da seid. 

Vielleicht konnte ich mit dieser Geschichte den einen oder anderen inspirieren oder aufwecken. Seid euch gewiss – den sicheren Arbeitsplatz gibt es nicht und mit einem finanziellen Grundrauschen lebt es sich deutlich entspannter. 

 

Bildquelle Titelbild Plan B: https://pixabay.com/photo-882592/

Bildquelle Brunnen: https://pixabay.com/photo-2635754/